Chronik

Die Geschichte der Ramersdorfer Junge

Allgemein gilt der Neujahrstag 1959 als Gründungstag der KG Ramersdorfer Junge. Auf diesem Neujahrsfrühschoppen im Dorfkrug auf der Lindenstraße (heute ein Wohnhaus) wurde die Gründung einer Karnevalsgesellschaft beschlossen, die dann offiziell mit der Gründungsversammlung am 17. Janura 1959 entstand. „Romerschdorfer Jonge“ wurde als Name gewählt und die Farben des Vereins in Blau-Gold bestimmt.19 Mitglieder zählte die KG bei ihrer Gründung. Die Anzahl stieg noch im Jahr 1959 auf 25.

Zum Präsidenten und ersten Vorsitzenden wurde Peter Faßbender gewählt. Leider gibt es kein Gründungsprotokoll, aber die Männer der ersten Stunde, soweit sie in Erinnerung sind oder aus Protokollen hervorgehen, waren: Peter Faßbender, Mathias Schwermer, Hans Hambitzer, Gustav Breitkopf, Hans Schmitt, Fred Alfter, Wilhelm Wolf, Christian Richarz, August Richarz, Konrad Wesseling, Matthias Dümpelfeld, Herbert Schlösser, Christian Höfer, Ernst Horn, Siegfried Wesseling, Josef Braun, Sepp Dorner, Franz Richarz, Kurt Krauzusch und Heinrich Burgsmüller.

Ein Aufnahmebeitrag in Höhe von 25 DM und ein Monatsbeitrag von 1 DM wurde von den Gründern über einige Jahre hin in die Vereinskasse abgezahlt, die zunächst von Gustav Breitkopf und Kurt Krauzusch, später von Hans Hambitzer geführt wurde. Erste Überlegungen zur Gründung einer Karnevalsgesellschaft gab es schon im Spätsommer 1958. Damals hatte schon Karl Wesseling seine Hand im Spiel. Er war es auch, der für die erste bzw. eine der ersten Veranstaltungen der KG (es war keine Sitzung) eine Bürgschaft in Höhe von 800 DM übernahm.

Willy Millowitsch zu Gast bei den Ramersdorfer Junge

Damit war der Verein in die Lage versetzt, am 7. Juni 1959 die Heimatbühne Millowitsch mit dem Militärschwank „Beim ersten Hahnenschrei“, zu engagieren. Willy Millowitsch und Franz Schneider gaben dabei im Dorfkrug, beim Henselers Schäng, sozusagen ihre Visitenkarte ab. Andere Quellen berichten davon, es sei erst 1960 oder 1962 gewesen und das Stück sei der Militärschwank „Der Etappenhase!“ gewesen. Leider gibt es hierfür kein Bilddokument. Aber aus Erzählungen schlussfolgernd, ein großer Erfolg für die junge KG und ein Startkapital in die Vereinskasse.

Ihre erste Sitzung richteten die „Romerschdorfer Jonge“ am 9. Januar 1960 im Dorfkrug aus. Schultheiß sollte Fred Alfter sein. Aufgrund von Unstimmigkeiten im Vorstand warf dieser jedoch die Brocken hin und Hans Schmitt wurde Sitzungspräsident. Auch diesmal, es war absolutes Neuland, war der Erfolg so groß, dass beschlossen wurde, noch im gleichen Jahr eine zweite Sitzung folgen zu lassen. Eine Entscheidung, die in der heutigen Zeit nur schwer umzusetzen wäre.

Silvesterball mit Spanferkel

Silvesterbälle waren in den Anfangsjahren 1965 bis 1973 ein Markenzeichen der KG. An diesen Jahreswechseln wurde das Geld verdient, was zur Sitzung ausgegeben wurde. Als Relikt aus der Nachkriegszeit war ein begehrter Preis der stets stattfinden den Silvesterverlosung ein Spanferkel.

Zur Jahreswende 1961 hatten die Ramersdorfer Junggesellen es sich nicht nehmen lassen, den Hauptpreis (das Spanferkel) zeitweise dem Besitz der KG zu entziehen. Grosse Aufregung, der Hauptpreis war weg! Erst gegen Zahlung einiger Bierrunden konnte die Verlosung zu Ende gebracht werden.

Ein weiteres bemerkenswertes Ereignis folgte schon im nächsten Jahr: Der erste Preis der Silvesterverlosung (das Spanferkel) wurde von der Gewinnerin (die in Limperich eine Etagenwohnung bewohnte) wieder an die KG zurück gestiftet. Schnell war die Idee geboren, dass Schwein groß zu ziehen und ein Schlachtfest zu veranstalten. Die Aufzucht übernahm Wilhelm Wolf, genannt „Salü“.

Zu einem späteren Zeitpunkt kam es dann zu einer Wette unter der Beteiligung von Heinrich Burgsmüller („Oddi“) und dessen Arbeitskollegen, die mit ihm um eine Kiste Bier wetteten, dass sie ihm das ausgewachsene Schwein auf den Arbeitsplatz in die Zementfabrik bringen würden. Dies führte am Ende beinahe dazu, dass „Oddi“ aus der KG ausgetreten wäre. Er hatte nämlich Wilhelm Wolf darüber unterrichtet, „ich hann jewett, die Sau jet net eruss“.

Nachdem die Arbeitskollegen erfolglos die Herausgabe des Schweins bei Wilhelm Wolf verlangt hatten, gaben sie sich nicht geschlagen, fuhren kurzerhand zu Phillip Daufenbach, damals Landwirt in Ramerdorf, um dort eine andere ausgewachsene Sau in den brandneuen VW Käfer von Matthias Thomas zu packen und so in die Zementfabrik zu fahren.

Vom Schlachtfest zum Erbesensuppenverkauf

„Oddi“, der die Wette augenscheinlich verloren hatte, bezahlte die Wettschuld und war auf seine Vereinskollegen nicht gut zu sprechen. Dabei hätte er erkennen können, dass die Sau einen kompletten Ringelschwanz hatte, im Gegensatz zum Schwein der KG, dessen Schwanz nur verstümmelt war. Die Kollegen hatten ihn also übers Ohr gehauen. Kurzum, das Schlachtfest wurde gefeiert, und unser „Oddi“ bekam das Erkennungszeichen der KG-Sau, den verstümmelten Ringelschwanz überreicht.

Aus diesem Schlachtfest heraus ist wohl auch die Idee geboren, zur Kirmes Erbsensuppe zu verkaufen. Diese wurde im Hof von Wilhelm Wolf in der Gulaschkanone gekocht und dann im Dorf an verschiedenen Stationen angeboten. Diese Tradition wird heute vom Junggesellenverein Mythos Ramersdorf fortgeführt.

„Doppelspitze“ als Markenzeichen der Sitzung

Zur Sitzung 1960 praktizierte die junge KG so etwas wie eine „Doppelspitze“. Es gab nämlich erstmalig zwei Schultheiße, Hans Schmitt und Bernhard Mohr. Eine Einrichtung, die sich in späteren Jahren noch wiederholen sollte und letztlich so etwas wie ein Markenzeichen wurde.

Schon in den Anfangsjahren hatte die KG zu den Sitzungen stets qualitativ hochwertige Beiträge aus den eigenen Reihen. Dies war und ist eine Art Sitzungsgestaltung, die sich seit nunmehr 50 Jahren bewährt hat und auch zu einem Aushängeschild der Ramersdorfer Junge geworden ist. Man denke nur an die Schlussgruppe!

Der erste, der diese lange Reihe anführte, war Mathias Schwermer mit einem Protokoll über das Dorfgeschehen auf der Sitzung 1960. Auch Wilhelm Wolf, Josef Marner sowie die zwei Gringesse, Mathias Schwermer und Peter Faßbender, waren schon früh Stammkräfte auf unseren Sitzungen. Eine Schlussgruppe gab es auch schon in den Anfängen der Gesellschaft, wenn auch nicht jedes Jahr.

Eine weitere Eigenart gab es noch in der jungen KG. Es gab einen so genannten Paias. Er hatte die Aufgabe, auftretende Kräfte in den Saal zur Bühne zu führen und wieder hinaus. Dieses Amt bekleidete für drei Jahre Christian Höfer. Er tat dies im Kostüm des Till Eulenspiegels. Danach unterstützten uns Tanzmariechen in dieser Rolle. Über die Jahre waren dies Marlene Kleuver, Ursula Heinen, Heike Wesseling, Petra Schwermer und Petra Max.

Sitzungsplakate wurden in der ersten Zeit bei Matthias Straußfeld per Hand im Einzeldruck hergestellt. In der übrigen Jahreszeit bedruckte dieser Kranzschleifen mit seinem Buchstabensortiment.

Zu erwähnen wäre noch, dass die KG im August 1960 auch noch einen Kleinkirmesball abhielt, der mit kurzen humoristischen Einlagen gewürzt wurde. Es handelte sich dabei wohl um den Versuch, die Kleinkirmes, die in früheren Jahren von der Bürgervereinigung Ramersdorf in der Gaststätte „Zur Linde“ abgehalten wurde, wiederzubeleben.

Ganz ohne Frauen geht die Chose nicht

Im 50. Jahr ihres Bestehens waren die Ramersdofer Junge, im Gegensatz zu Karnevalsvereinen aus den Nachbarorten, immer noch ein reiner Männerverein. Was nicht bedeutet, dass unsere Frauen, nicht dabei gewesen wären, wenn es darum ging Geselligkeit zu pflegen. So ist zum Beispiel unser Elferratspokal ein Geschenk der Frauen der Gründungsmitglieder. Bei der ersten Sitzung hatte man sich einen Pokal noch beim Wirt des Dorfkrug geliehen.

So gab es auch einen Beschluss der Mitgliederversammlung, dass für den Silvesterball 1963 nur Mitglieder mit Frauen teilnehmen durften. Mitglieder zahlten zum Beispiel Eintritt, deren Frauen nicht. Im Liküra-Zug sind Frauen schon viele Jahre in unserer Zuggruppe dabei. Soviel zum Männerverein.

Bustouren und Vatertagsausflüge gehörten ebenso zum Vereinsleben der jungen KG. Nach soviel Schwung in den Anfangsjahren musste ein Wellental kommen. Und so kam es, dass 1965 keine Sitzung veranstaltet wurde. Eine neue Gesellschaft, „Die Kommende Ühle“, sah die Gelegenheit mit Sitzungspräsident Fred Alfter, im Dorfkrug, damals Saal Henseler, eine Veranstaltung durchzuführen. Noch im selben Jahr löste sich dieser neue Verein aber wieder auf.

Was die KG „Romerschdorfer Junge“ im darauffolgenden Jahr mit einem Mottowagen im LiKüRa-Zug kommentierte, der eine Eule zeigte, (die in Anlehnung an die damalige Fernsehsendung, „der Goldene Schuss“ mit Lou van Burg) die von einer Armbrust getroffen war. „Wunnebar“. 

Im folgenden Jahr 1966 wurde erneut eine Sitzung durchgeführt. Sitzungsschultheiß war Josef Schneider, genannt „Schneiders Jupp“. Außerdem tauchten neue Namen auf der Bühne und in der Bütt auf: Franz Pannes mit Partner Peter Kunze gaben 1967 als „Bömm un Klecker“ ihr Debüt. Auch Wilfried Faßbender sowie Helmut Schwermer und Elsbeth Max als Büttredner und Büttrednerin starteten ihre Karriere auf der KG-Bühne.

„Schneiders Jupp“ brachte viel Schwung in die Sitzung. Auf der Bühne sah man ihn Gitarre spielend und mit seiner Tochter singend. Auch das Damenkomittee Grün-Weiss Ramersdorf war in den folgenden Jahren des öfteren bei unseren Sitzungen im Dorfkrug auf der Bühne zu sehen. Die Gage betrug damals für die Damen 8 Schnaps. 

Rita Burgsmüller war 1966 Liküra-Prinzessin und wurde auf Händen getragen. Lorenz Jansen war der kräftig Zupackende. Nach Hans Schmitt war Peter Faßbender 1. Vorsitzender.

Ende einer Ära

Johann Henseler, Wirt im Dorfkrug, verstarb in diesem Jahr; die Gaststätte wurde verkauft. Aus heutiger Sicht kann man wohl sagen, dass eine Ära damit zu Ende gegangen ist. Henseler war mit seinem Namen „Schäng“ Mit-Namensgeber unseres Maskottchens, welches erst viele Jahre später seinen Namen erhielt.

Noch waren die goldenen Zeiten aber nicht ganz vorbei. Denn Karl Kleuver und seine Frau Gertrud übernahmen den Dorfkrug in Ramersdorf. Der Dorfkrug, unser Freud- und Leidhaus, möchte man sagen. Viele schöne Stunden wurden dort verbracht. Dort ärgerte man sich, zankte sich und vertrug sich wieder. Ein Verein braucht eine feste Anlaufstation und Planungssicherheit um Veranstaltungen durchzuführen und Verträge erfüllen zu können. Dies haben die Beiden uns für weitere Jahre ermöglicht.

Aus dieser Zeit stammt unser jährliches Kirmes-Fußballspiel, welches 1968 erstmals auf dem Handballplatz in Oberkassel ausgetragen wurde. Gegner war die Alte-Herren-Mannschaft des SV Ennert. Der damalige Gewinner ist unbekannt.

Die Liküra-Prinzessin 1969 hieß Inge Schmitz, geborene Kleuver, Tochter unseres Wirts-Ehepaares. Ein römischer Kampfwagen, gezogen von 4 Schimmeln, war das Thema ihres LiKüRa-Wagens, der in Heimarbeit auf der Bühne im Dorfkrug gebaut wurde. Die Ramersdorfer Junge feierten ihr 10-jähriges Bestehen ebenfalls im Dorfkrug. Sie taten dies mit einem gemütlichen Abend, Tanz und erstmalig mit einem großen Buffet.

Ein Orden, der von Konni Wesseling entworfen und hergestellt war, wurde an alle Mitglieder verliehen. Anfang der 70er Jahre folgte dann der legendäre bayerische Abend mit zwei Musikkapellen, einer Berghütte, die auf der Bühne aufgebaut war, Speckbrot und Enzian.

Das Brot zum Speck hat unser damaliges Mitglied Peter Schmitz in extra großen Brotlaiben gebacken. Jeder Besucher erhielt beim Einlass einen Bierkrug dazu. Lorenz Jansen war mittlerweile 1. Vorsitzender. Es folgten Kinderkostümfeste, und für den LiKüRa-Zug wurde ein Kinderwagen gebaut. Hannelore Kettenbach, geborene Grube, war die Prinzessin LiKüRa 1972, unser Schultheiß hieß Mathias Schwermer.

Grillfeste wurden über viele Jahre am Hardtweiher durchgeführt. Jeder Teilnehmer steuerte einen Obolus dazu bei. Beleuchtung wurde installiert und stundenlang wurde Rollbraten gedreht. Musik und Lagerfeuer inklusive.

Auf Betreiben unseres damaligen Schriftführers, Heinz Kluwig, entstand dann auch unsere erste Festschrift (Programmheft) für unsere Sitzung. Eine Einrichtung, die für das Vereinsleben der Ramersdorfer Junge als äußerst wichtig anzusehen ist und bis heute dazu beiträgt, dass unsere Schultheiße ohne riesigen Kostendruck unser Sitzungsprogramm gestalten können. 

Hedwig Reuter war 1975 die 25. LiKüRa-Prinzessin. Ihr folgte 1978 Heike Schoroth, geborene Wesseling, sowie Helmut Schwermer seinem Vater als Schultheiß auf die Bühne. Ludwig Schwermer war für ein Jahr 1. Vorsitzender.

Geburtsjahr der Schlussgruppe

Ab 1980 gibt es bis heute eine ununterbrochene Reihenfolge von Sitzungsauftritten der Schlussgruppe der KG. Das erste Thema war „La Montanara“ (Bergsteigerchor) mit Gastauftritt Wilfried Faßbender als Heino. Die Männer dieser ersten Stunde waren: Konni Wesseling, Heinrich Esser, Ludwig Brust, Ludwig Schwermer, Wolfgang Nolden, Franz Lichtenberg, Heinz Domgörgen, Bernd Monschau, Heinrich Burgsmüller und Wilfried Faßbender.

Anfang der 80er Jahre gab es dann eine große Diskussion innerhalb des Vorstandes. Die Junggesellen hatten nach vergessenem Abbau durch uns die gesamte Wanddekoration der Ramersdorfer Junge zerstört und den Saal für ihr Maifest umdekoriert. Danei handelte es sich um Stadtsoldaten, die Rücken an Rücken „Stippeföttchen“ tanzten und in mühevoller Handarbeit mit Hilfe von „Jungschen“ Kurt Krämer hergestellt waren. Zurechtweisung und Schadenersatz wurden zunächst vehement gefordert. Nach ein bis zwei Stunden und einigen Bieren allerdings nahm die Diskussion einen anderen Verlauf: Es wurde überlegt, ob man diese Jungen nicht ansprechen sollte und für eine Mitgliedschaft in der KG interessieren könnte. Kurz und gut, es kam zu einer Eintrittswelle. Heinz Kluwig war zu dieser Zeit 1. Vorsitzender.

Heinrich Esser, auch als „Eisener Heinrich“ bekannt, war es, der in dieser Zeit seine Ordensproduktion aufnahm und uns 20 Jahre lang mit Orden versorgte. Jeder Orden war ein Unikat. Kommende, Trajekt, Zementfabrik sowie Löng mit Heiligenhaus waren einige Ramersdorfer Themen, die darauf abgebildet waren.

Grillfeste fanden mittlerweile bei der LiKüRa-Ehrengarde am Schießbergweg statt. 25 Jahre Ramersdorfer Junge, ein Fest, dass wir mit den Höhnern aus Köln im Dorfkrug feierten. Viele Gedanken und Überlegungen wurden angestellt, eine bewegliche Bühne wurde dort von uns installiert, die zum guten Schluss von den Höhnern, damals noch mit Frontmann Peter Horn, vollkommen ignoriert wurde.

Ein interner, gemütlicher Abend im Tennisclub „Blau-Gelb“ folgte. Ein Ort der für uns noch von Bedeutung werden sollte. Das war 1984 und Karin Pannes war die Ramersdorfer LiKüRa-Prinzessin. 1987 war Heike Kluwig Prinzessin, Franz Pannes leitete seit einigen Jahren zusammen mit Wilfried Faßbender unsere Sitzungen. Eine Besonderheit der Gesellschaft einst zu Anfang des Vereinsbestehens. Birgit Richarz war die LiKüRa-Prinzessin 1990, Wilfried Faßbender übernahm das Amt des ersten Vorsitzenden von Heinz KluwigWalter Wolff wurde 1. Schultheiß. In den Jahren 1997 bis 2006 erfolgte die Sitzungsleitung in Doppelmoderation mit Thomas Raderschall.

Ab 1980 war Franz Pannes Schultheiß. Er organisierte außerdem die ersten LiKüRa-Zug-Teilnahmen, die allen Vereinsmitgliedern offen standen. Bis dahin waren die Zugwagen oder Gruppen immer auf privater Basis einzelner Vereinsmitglieder organisiert worden.

Der erste Festwagen wird angeschafft

Ute Neusser, geborene Tachmusch, hieß die LiKüRa-Prinzessin 1981. Der erste Umzugswagen der dem Verein gehörte, wurde 1983 angeschafft. Das Thema war „Ungarn“. Ein großer Ziehbrunnen wurde auf den Wagen montiert. Die Wagen davor waren von Landwirten, beispielsweise Phillip Daufenbach, und auch von der Zementfabrik, ausgeliehen. Johannes Lütz leitete 1982 für ein Jahr komissarisch die Geschicke des Vereins. Anschließen übernahm wieder Heinz Kluwig für weitere sieben Jahre den Posten. 

Am Vorabend der Absage des Straßenkarnevals wegen des Golfkriegs 1991 konnten wir unsere noch Sitzung durchführen. Ein Segen im Hinblick auf eingegangene Verträge und dadurch entstehende Kosten. In den Vorbereitungen zu unserem 33-jährigen Jubiläum 1992, das wir wieder mit den Höhnern, der LiKüRa-Ehrengarde und der Schlussgruppe der KG in der Ennerthalle feierten, entstand die Idee, das Beverly-Hills-Fest zu organisieren und durchzuführen. 

Anja Bruhs, LiKüRa 1994, war die erste Ramersdorfer Prinzessin, die in der Ennerthalle gekrönt wurde. Ihr folgten Larissa Pelzer 1997, mit Empfang in der Ennerthalle, sowie Inken Lindner 2000. In den 90er Jahren tauchten erenut Eigengewächse auf der Bühne auf: Von 1990 an und für viele Jahre breiteten Franz und Franziska (Franz Pannes und Marlene Faßbender) ihre Eheprobleme genüsslich vor Publikum aus.

1996 bis 2003 gab es „Die 2 vom Pützchens Markt“ – Thomas Raderschall und Norbert Hombach – die für ihren Rundgang auf dem Jahrmarkt im Jahre 1999 den Närrischen Löwen der Stadt Bonn von der Oberbürgermeisterin verliehen bekamen.

Vom Verein zum e.V.

Seit 1995 sind wir ein eingetragener Verein. Wir haben lange im Vorstand darüber diskutiert, ob es für uns der richtige Schritt sei. Im Nachhinein war es aber sicherlich die richtige Entscheidung. Diesem Schritt folgte 2005 die Beantragung und Zuerkennung der Gemeinnützigkeit. Auch ein Karnevalsverein besteht nicht nur aus Spaß und Frohsinn. Es müssen auch rechtliche und wirtschaftliche Belange berücksichtigt werden.

Im Jahr 2000 folgte nach längerer Vorlaufzeit der Bau unseres zweiten Wagens. Großes Glück oder man kann auch sagen, weise Voraussicht, hatten wir beim Bau: Im folgenden Jahr wurden die schon länger bestehenden Vorschriften zur Teilnahme an Brauchtumsumzügen für Festwagen streng überprüft und eine TÜV-Abnahme für die Wagen eingeführt. Unser neuer Wagen erfüllte alle Vorgaben anstandslos. Erwähnen muss man noch Hannes Fiebig und Paul Reuter jun., ohne deren großzügige Unterstützung der Wagenbau in dieser Ausführung und Qualität nicht möglich gewesen wäre.

Sogar ein Tambourcorps gab es nach der Jahrtausendwende in unserer Gesellschaft. LiRüRa-Zug, Kirmes, Martinszug, Wettstreit mit „Jot-Drupp“, Sessionseröffnung 11.11. auf dem Bonner Marktplatz oder Weiberfastnacht mit dem Bonner Prinzenpaar durch die Säle ziehen waren die Stationen des Wirkens. Diese Aktivität währte leider nur wenige Jahre.

Rund um den Elferrat

Und da ist noch das Thema „Elferrat“, das fast so alt ist wie die Ramersdorfer Junge selbst. Besteht das Gremium traditionell aus Platzgründen im Dorfkrug sowieso schon immer aus nur 9 Personen, so war es viele Jahre lang nicht leicht, die richtige Mannschaft „an Bord“ zu bringen. Grundlegende Änderungen gab es 2001, als nämlich Ingo Pelzer sich dieses Themas annahm. Elferratstreffen hieß das Zauberwort, unter dem sich die Herren als Gäste bei Ingo Pelzer trafen. Schon der erste Abend war ein „Aha“-Erlebnis, dem noch viele weitere folgten.

Ingo Pelzer war es auch, der 2004 den Vertrieb der „Schäng“-Fahne organisierte, die seitdem jährlich zur Karnevalszeit viele Häuser in Ramersdorf und vereinzelt auch in den Nachbarorten in den Vereinsfarben Blau und Gelb schmückt.

Ein Maskottchen bekommt seinen Namen

2005 folgte dann die Namensfindung für das trinkende Männchen auf dem Vereinsorden. Als Anlehnung an den Kutscher der Kommende Ramersdorf oder rheinisch für Johann, aber auch in Anlehnung an den Vereinswirt „Henselers Schäng“ in den Anfangsjahren des Vereins, wurde das trinkende Männchen zum „Schäng“.

Ab 2003 fanden alle unsere Sitzungen in der Ennerthalle statt. Nach vielen Jahren mühevoller Arbeit im Dorfkrug, wo wir zuletzt nie genau wussten, ob ein Wirt da ist oder nicht, wo die Gaststätte zur Not auch selbst betrieben wurde, fanden wir in der Ennerthalle unsere neue Heimat. Weitere Krönungen folgten mit Diana Schoroth 2003 und Simone Nolden 2006.

Die Chronik entstand Ende 2009 anlässlich des 50. Jubiläums unter der Federführung des damaligen 1. Vorsitzenden Wilfried Faßbender. Die freie Übersetzung in Bönnsche Mundart erfolgte durch Georg Meidt. Die nachfolgenden Ergänzungen bis 2013 erfolgten durch den aktuellen geschäftsführenden Vorstand. Einige kleiner Korrekturen im Zeitraum bis 2009 verdanken wir dem Gründungsmitglied Matthias Schwermer, der in seinem persönlichen Archiv Nachforschungen für uns anstellte.

Herzlichen Dank dafür!

50 Jahre Ramersdorfer Junge

Im Jahre 2009 feierten wir stolz unser 50. Jubiläum. Neben einem vereinsinternen Galaabend fand ein großer Jubiläumsfestkommers im Schlosshotel Kommende Ramersdorf statt. Zu diesem begrüßten wir nicht nur alle Rathaus-Tollitäten der Stadt Bonn, sondern auch zahlreiche hochrangige Vertreter aus dem Bönnsche Fasteleer und vom Bund Deutscher Karneval (BDK). Eine Wanderausstellung über die Geschichte der KG, die im Wesentlichen von Wilfried Faßbender liebevoll zusammengestellt wurde, rundete die Aktivitäten ab.

LiKüRa-Prinzessin 2009 war Claudia Mertens. Neuer 1. Vorsitzender wurde Ralf Schuh. Die KG ging mit einem für den Karneval sehr jungen Vorstand gut aufgestellt in die nächste Dekade. Norbert Hombach löste Walter Wolff als Schultheiß ab und stellte ab 2010 das Programm für die Große Narrensitzungen zusammen. Die KG folgte dem Trend zur Professionalisierung des Karnevals und engagierte für die Sitzungen mehr Kölner Profis sowie „Nachwuchssternchen“.

Der Erfolg gibt der KG Recht. Die Zuschauerzahlen steigen kontinuierlich und die Veranstaltung erwarb sich über die Grenzen Bonn-Beuels hinweg zunehmend einen exzellenten Ruf. Die 54. Narrensitzung 2013 wurde aufgrund überragender Kartennachfrage kurzerhand in die Jupp-Gassen-Halle nach Oberkassel verlegt. Und dort ist sie Jahr für Jahr ausverkauft!

Für die 53. Sitzung 2012 und die Anfang Januar stattfindende Krönung wurde ein neues Bühnenbild (mit einer historischen Ansicht der Kommende) von Manfred Dimon erstellt. Die Krönung 2012 war die erste nach vielen Jahren, die wieder in einem Ramersdorfer Saal stattfand. Das neu erbaute Kameha Grand Hotel lieferte die Räumlichkeit für eine fulminante und so noch nie dagewesene professionelle Krönungsveranstaltung, u.a. mit den Bläck Fööss. Jenny II. (Pannes) war LiKüRa-Prinzessin für die Ortschaft Ramersdorf.

In den Jahren 2010 bis 2012 intensivierte die KG ihr Engagement für die Durchführung der Kirmes am Ramersdorfer Dorfplatz „an de Löng“ zusammen mit dem Junggesellenverein. Mit Platzkonzert (Musikzug der Beueler Stadtsoldaten), einem Vogelschießen der besonderen Art (Eigenbau Georg Piontek) sowie einem Menschenkickerturnier gelang eine Belebung. Außerdem ging im Jahr 2010 die Internetpräsenz unter www.ramersdorferjunge.de an den Start.

Elferratstreffen feiert Premiere in der Kommende

Nach vielen Jahren herausragenden Engagements von Ingo Pelzer wurde die Organisation des Elferratstreffens auf Ingos Wunsch hin in jüngere Hände gelegt. Die Organisation haben die beiden Schultheisse in. Neuer Austragungsort war 2013 erstmals das Kaminzimmer der Kommende Ramersdorf. Als vorweggenommenes Dankeschön für Ingos großen Einsatz ließen die Mitglieder des Elferrates den kompletten Spielsmannszug der Bonner Stadtsoldaten (Tambourcorps Oberkassel) bereits 2012 antreten und in 1er-Formation durch den Garten der Familie Pelzer marschieren. Ingo war den Tränen nah. Was nicht so einfach ist.

2012 wechselte der Vorsitz der KG erneut. Da Ralf Schuh von Paul Klein den Vorsitz im LiKüRa-Festausschuß übernahm, rückte er in der KG auf die Position zwei, Michael Pannes wurde neuer 1. Vorsitzender. Für die Session 2012/2013 wurde der Wagen der KG generalüberholt und neu aufgebaut. Das Wagenbauteam mit Manfred PreussWilfried FaßbenderFrank Schumacher sowie die Pinselquäler Uwe Lawrenz und Charly Stuch zauberte mit dem „Kommendetorwagen“ ein echtes Schmuckstück aus edlen Materialien, mit Parkettboden, festinstallierten Lautsprechern sowie einer ausfahrbaren Markise für schlechtes Wetter.