Kunze und Pannes alias „Bömm un Klecker“
Bereits seit einigen Jahren gingen Peter Kunze (Jahrgang 1944) und Franz Pannes (1938), beides waschechte Vilich-Müldorfer Jungs, auf den legendären Sitzungen des Sängerkreises Vilich-Müldorf im Bungartz-Saal in die Bütt. Was Pannes betrifft: dieser „kovertierte“ nach einigen Jahren im Status eines in Ramersdorf wohnenden „fiese Müldorfer“, durch Taufe im Ankerbach zum Ramersdorfer Bürger. Jakob Bertram alias Bertrams Köbes plante damals die Sitzungen und trainierte die Nachwuchsredner. Kunze gab sein Debüt 1960 mit dem Stück „Mein Lebenslauf“, Pannes bereits 1958 mit dem Vortrag „Ne buure Sänger“.
In der Session 1964/1965 ging man dann erstmals als „Schmal un Dreckes“ zusammen auf die Bühne und – damals sehr außergewöhnlich – zusammen in die Bütt. Nachdem dies auch nach dem zweiten Jahr erfolgreich ankam, wies eine namentlich hier nicht benannten Ehefrau freundlich darauf hin, dass der Name in Vilich-Müldorf doch aus der Vergangenheit schon belegt sei und Kunze und Pannes den jetzt geklaut hätten. Su en Sauerei. Der Bungartz-Saal im Herzen des alten Vilich-Müldorf wurde 1966 geschlossen; die Sitzungen wanderten in die Gaststätte Odenthal (heute Dorfschänke) und vereinzelt auch in die Reithalle des ehemaligen Bauernhofes Ritterath / Petershagen.
Der Bekanntheitsgrad steigt
Kurzentschlossen suchten die beiden nach einem neuen Namen und kamen auf die Spitznamen der beiden Kinder von Christian Alfter, ebenfalls ein Redner beim Sängerkreis Vilich-Müldorf. Das Duo „Bömm un Klecker“ war geboren. Bömm, klein und mit Bauchansatz, Klecker, größer und schmal, wurden schnell in der Region und über Bonn hinaus bekannt und zogen durch die damals vornehmlich kleineren Säle.
In Meindorf ist dann in der ersten Reihe auch schon mal eine beleibte Dame vor Lachen von der Sitzbank gefallen, weswegen der Vortrag unterbrochen werden musst, bis sie von mehreren Personen wieder in Position gebracht wurde. Selten politisch, haben die beiden über viele Jahre nach eigenen Angaben viel Blödsinn erzählt und mit Unmöglichkeiten die Hirnwendungen der Zuhörer herausgefordert. Das kam gut an.
Technikfehler verhindert große Karriere
Im Jahre 1983 wagte man, nach bereits vielen erfolgreichen Bühnenjahren, den großen Sprung nach Köln. Über einen Kontakt zum Gründungspräsidenten der Willi-Ostermann-Gesellschaft, Heinz Brodesser, wurde man zum Vorsprechen in der großen Nachbarstadt vorstellig. In der internen Vorstellrunde konnten Bömm un Klecker überzeugen, sodass beide für den Vorstellabend als letzte Nummer und damit als Highlight auf die Bühne sollte.
Der Weg schien gezeichnet. Allerdings versagte dann im Großen Börsensaal zu Köln ein Mikrofon, was keiner so recht bemerkte außer dem Publikum – jedenfalls gelang es nicht, im Saal gut anzukommen. Schade, denn wenn man heute nach Köln schaut, kommen viele „Kölner Redner“ aus dem Umland. Sei es aus Bonn (Bernd Stelter), aus Aachen (Jürgen Beckers), aus Remagen (Marc Metzger) oder sogar von noch weiter. Man hat sich dann entschieden, es nicht noch einmal zu versuchen.
Letzter Auftritt von Bömm un Klecker
Fünf weitere Jahre gingen Bömm un Klecker noch zusammen auf die Bretter. 1988 folgte schließlich der letzte gemeinsame Auftritt. Peter Kunze widmete sich danach intensiv und bis weit in das neue Jahrtausend hinein den bereits 1981 mit Frack und Zylinder gegründeten Bottermelechs Jonge. Franz Pannes ging mit Marlene Faßbender als Franz und Franziska noch viele viele Jahre in bzw. er neben die Bütt. Im Jahr 1995 auf Karl Kleuvers 70. Geburtstag und 2009 beim 50-jährigen Jubiläum der KG Ramersdorfer Junge gaben die beiden ein Revival.